REINHARD WAHREN

Journalist, Buchautor, Fotokünstler

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Berlin/Stadtleben/Architektur/Geschichte:

Airportcity in Planung
Causa Mohrenstraße
Politiker als Feindbild
Ab durch Mitte (U5)
Schinkels Bauakademie - vernachlässigte Architekturikone
Vordenker, Feldforscher, Visionär (A.v.Humboldt)
Funktionell und schön (James-Simon-Galerie)
Neugestaltung mit Höhenlimit (Hochhäuser am Alex)

Wohnen am See

Schinkel als Chance

Bilanz einer Stadterneuerung

Der Raum als Kosmos (Friedrich Kiesler)
Die bewegten Zwanziger

Krieg der Bauten
Metropole unter Strom

Vision vom Mauerfall
Zwischen Faszination und Verklärung (Die Wikinger)

Clärchens Ballhaus: Darf ich bitten
Berlins Problembaustellen
Schuld und Sühne in Schönefeld
Kriminale Hauptstadt
Berliner Klimapflege
Gedenkstätte für Fontane

Der Denker und sein Schloss: Walther Rathenau
Sieg der Einfallskraft: DDR-Alltagskultur
Mythos Friedrich

Kunst:

Dichtkunst und Forschergeist (Adelbert v. Chamisso)

Im Rausch von Formen und Farben (Kosmos Kandinsky)
Mythos Berlin - Eine fotografische Hommage
Symboliken des Lebens (C.D. Friedrich)
Zu radikal, zu modern! (Edvard Munch)
Aufbruch in die Moderne (Klimt, Stuck, Liebermann)
Unscharf, rätselhaft, spannend (Gerhard Richter)
Der erste Leinwand-Vampir
Ein faszinierender Malstil (Sascha Wiederhold)
Künstlerbücher als Experimentierfeld (Gerhard Richter)
Die Magie des Augenblicks (Johann Erdmann Hummel)
Newton zum 101.
Es war einmal (Amerika 1970s/80s)
Körper im Rollenspiel
Noldes Entzauberung
Welt in Bewegung (100 Jahre Bauhaus)
Fotografische Porträts von Baselitz bis Warhol
Berlin im Spiegel der Kunst
Die Schönheit der reinen Form (Irving Penn)
Ikonen, die nachwirken
Der Mensch und sein Genius
Zeichen und Bilder (E.L.Kirchner)
Flaneur und Freigeist (Harry Graf Kessler)
Begnadeter Fantasieanreger (August Kopisch)
Das Phänomen Menzel
Newton and Guests
Tänzerin der Ekstase (Anita Berber)
Newton schon wieder (Helmut Newton)
Der Kunstbaumeister (Andreas Schlüter)
Born in Berlin (Wols)
Berühmter Stadtsohn (Johann Gottfried Schadow)
Zeitgeschichte in Schwarzweiß (Barbara Klemm)
Hilma af Klint: Gemalte Visionen
Stilist der Gewalt (Martin Scorsese)
Die Schöne und das Licht (Amarna)
Universum Schinkel
Sehen bis zur Unschärfe (Gerhard Richter)
Kunst monumental: Reinhold Begas
Verismus und Neue Sachlichkeit
Carl Blechen: Skizzen in Licht getaucht
Wunderbare Industriekunst: Le Corbusier
Paradestück des Impressionismus
Moloch Großstadt: E.L.Kirchner
Giacometti für die Ewigkeit

Wirtschaft/Technik/Innovation:

Kunstguss mit Tradition

Citroen DS und sein Vermächtnis
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Erstes Solarauto in Serie
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Generation E
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Camper-Ikone California
Auto-News
Orte der Industrie und Technik in Brandenburg (Sonderheft)
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In Verbindung mit den Bildtiteln - oder mit deren Hilfe - assoziieren die sinnbildhaften, teils surrealen oder psychologisierenden Bilder beim Betrachter Zustandsbeschreibungen, reflektieren Befindlichkeiten, Melancholie oder aber provozieren. Es sind zum Teil auf reine Farbwirkung ausgerichtete Bildkompositionen, die im besten Fall hinführen zu - Verwunderung, Empathie, Betroffenheit, Empörung oder Spekulation. Man könnte also fragen: Welchen Erkenntniswert hat diese Art von Fotografie? Oder allgemeiner: Wie steht es um den semantischen Gehalt von abstrakten Formen und Zeichen? - Und könnte mit Umberto Eco antworten: Es komme allein darauf an, einen Raum für interpretative Gedankenspiele zu schaffen - auf der Suche nach einem "poetischen Ausdruck im Ungegenständlichen" (nach K.O.Götz).

Ina Hegenberger, Berlin vis-à-vis

Wie entstehen diese Bilder?

Ich sehe eine Landschaft, einen Gegenstand, Menschen in bestimmter Haltung, ein Gemälde oder eine Grafik, was auch immer, die mich einnehmen, spontan berühren. Das ist sozusagen die Realität, die ich fotografiere. Wenn sie mich anspricht, versuche ich, sie im Richterschen Sinne zu abstrahieren. Die so entstehenden abstrakten Bilder von diesen, sagen wir Ursprungsobjekten, müssen eine solche Qualität haben, als könnte es sie tatsächlich geben, in der mentalen Wahrnehmung, der Erinnerung oder auch im Traum. Der Betrachter soll auf das Ungegenständliche spontan reflektieren. Dieser Vorgang muss natürlich mit einer besonderen Ästhetik verbunden sein. Nehmen wir zum Beispiel das Bild "Energie-Stück". Es entstand nach einem Theaterbesuch. Das Stück begeisterte mich und das Publikum in ganz besonderer Weise. Die Euphorie und die Energie daraus wollte ich festhalten und fotografierte danach spontan den leeren Zuschauerraum. Diese Aufnahme war der Grundbaustein für die endgültige Fassung.

Wie sieht das konkret aus?

Du fragst nach meiner Arbeitsweise? Da ich leider nicht über malerische Fähigkeiten verfüge, benutze ich Fotoapparat und Computer, um meine Vorstellungen umzusetzen. Den technischen Umwandlungsprozess, der dabei stattfindet, halte ich dann an, wenn ich denen so nahe wie möglich gekommen bin.

Also nicht wie ein Gerhard Richter, der schließlich das Malen nach Fotos für sich entdeckte?

Wichtig erscheint mir nicht, wie ein Bild entsteht, sondern dass es am Ende eine hohe künstlerische Qualität hat. Und der Betrachter soll ruhig auch darüber grübeln, wie wohl das Bild entstanden ist.

Wann genügt ein Bild diesem Anspruch bzw. wann gibst Du es gewissermaßen frei?

Wenn der Kontrast zwischen dem rationalen oder emotionalen Bildinhalt und der Darstellung groß genug ist.

Du bist spät zum Fotografieren gekommen…

Mein Interesse für Fotografie und vor allem für Malerei hat einen Ursprung, der bis ins Jahr 1915 reicht. In dem Jahr traf mein Großvater auf Ernst Ludwig Kirchner. Es war eine zufällige Begegnung und nur der Tatsache geschuldet, dass Kirchner, damals in Uniform, unterhalb der Leipziger Straße in Halle an einer Hauswand lehnte und offenbar sehr interessiert Richtung Markt schaute. Erst, als mein Großvater fast vor ihm stand, nahm er dessen Skizzenblock wahr, was ihn bewog, diesen zeichnenden Soldaten anzusprechen. Mein Großvater stand kurz vor seiner Einberufung und es verwunderte ihn sehr, mit Kirchner auf einen Soldaten zu treffen, der offenbar im Ausgang nichts Besseres zu tun hatte, als Gebäude abzuzeichnen. Er hätte mit Kirchner lieber seine Kriegsbegeisterung geteilt. Diesen Gefallen tat ihm Kirchner aber nicht. Das verstand mein Großvater, damals zwanzigjährig, überhaupt nicht. Aus Verdun kam er später mit nur einem Bein zurück und musste von da an sein Leben lang an das Gespräch mit Kirchner denken – und er begann, sich intensiv mit dem Maler Ernst Ludwig Kirchner zu beschäftigen. Damit infizierte er eine seiner Töchter und schließlich auch mich. Das Ölbild „Der Rote Turm in Halle", für das Kirchner damals Skizzen anfertigte, wurde in unserer Familie zur Ikone, die expressionistische Malerei sowie deren abstrakte Ausprägungen zur Familienphilosophie. Einige ihrer Vertreter stecken in meinen Bildern. Dass ich erst spät zu dieser Art von Fotografie kam, hat mit der digitalen Technik zu tun. Erst mit deren Hilfe konnte ich diese Form finden.

(aus einem Interview mit Ina Hegenberger, Berlin vis-à-vis)

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